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Wernigerode - die bunte Stadt am Harz

Auf dem Weg in die Stadt

Die zauberhafte Stadt Wernigerode liegt am Fuß des sagenumwobenen Brockens- eine historische Fachwerkstadt mit einem wirklich märchenhaften Charme. Sie liegt mitten im Grünen und schon von Weitem zeichnen sich die roten Dächer der Stadt ab; über ihnen thront das majestätische Schloss.

Während der Einfahrt in den Ort kommt der Besucher an einer bekannten Bierbrauerei vorbei, dem viertgrößten Produzenten von Premium-Pils in Deutschland: Hasseröder. Die Werbeplakate lassen den Autofahrern keinen Zweifel, um welche Brauerei es sich handelt: zwei Gläser Hasseröder Premium Pils lächeln gemeinsam mit einem „Erfrischend echt!" von einer großen Werbetafel auf die Fahrer herab.

Der Marktplatz

Die meisten Besucher von Wernigerode zieht es zuerst auf den Marktplatz in die Altstadt Wernigerodes. Wunderschöne Fachwerkhäuser säumen den Platz, darunter das berühmte Wernigerode Rathaus. Zwei spitze spätgotische Türmchen ragen von dem Dach des ehemaligen »Spelhus«, dem gräflichen Gerichts- und Spielhaus aus dem 13. Jahrhundert, hinauf in den Himmel. Zwischen 1492 und 1498 wurde das Rathaus um den aufgesetzten Fachwerkteil erweitert, im 16. Jahrhundert nach einem Brand restauriert und bekam auf diesem Weg sein heutiges Erscheinungsbild. Wer genau hinsieht entdeckt rund um das Haus 33 liebevoll geschnitzte Holzfigürchen, die als Verzierung an den Geschoss- und Dachüberständen angebracht wurden. Es handelt sich um Heilige, Handwerker, Tänzer und Narren, die hier geschnitzt und bemalt wurden. Über dem Hauptportal steht in großen Lettern der stadtbekannte Spruch:

Einer acht's, der andre betracht's, der dritte verlacht's, was macht's

In der Mitte des Marktplatzes steht der Wohltäterbrunnen. Er wurde 1848 errichtet und ehrt eine große Anzahl an Personen, die sich einst um das Wohl der Stadt verdient gemacht haben. Somit findet man an dem Brunnen im neogotischen Stil viele Wappenschilde, auf denen die Namen von adeligen und bürgerlichen Personen der letzten Jahrhunderte stehen. Das letzte Wappenschild wurde 1991 zum Gedenken an Oberst Gustav Petri angebracht. Dieser hatte zum Ende des zweiten Weltkrieges im April 1945 einen Befehl verweigert, der die Verteidigung der Stadt und die Sprengung der Zillierbachtalsperre vorsah. Er verhinderte dadurch die sinnlose Zerstörung Wernigerodes und rettete die Stadt, musste dafür aber sein Leben geben. Er wurde mit sieben Kameraden standrechtlich erschossen.

Auf dem Klint

Der Klint ist der älteste Stadtteil Wernigerodes und trägt einen althochdeutschen Namen, der nichts anderes bedeutet als Fels oder Stein. Rechts am Rathaus vorbei führt die sogenannte Klintgasse hinauf auf den Klingt. Sie hieß damals Mühlengasse, da sich an ihrem Ende eine Filzmühle befand. Die Grundmauern dieser Mühle wurden allerdings vom Wasser des Mühlgrabens so stark unterspült, dass sich der Fachwerkbau mit der Zeit zu neigen begann. So kam es, dass die Mühle den Namen „Schiefes Haus" erhielt. Ein Fels unter dem Gebäude verhindert glücklicher­weise ein weiteres Absinken.

Auf dem Klint findet sich auch das Harzmuseum. Die Ausstellungen des Museums thematisieren die Landschafts- und Siedlungsgeschichte der Region und gehen auch auf die Stadtgeschichte Wernigerodes ein. Besonders hervorzuheben ist die Sammlung an Fossilien, Mineralien und Gesteinen. Das Museum hat Montag bis Samstag von 10.00 - 17.00 Uhr geöffnet.

Die Breite Straße

Hinter dem Marktplatz in östlicher Richtung erstreckt sich die Breite Straße. Am Anfang der auch in der Vergangenheit schon als „Breydenstrate" oder „Bredenstrate" bekannten Straße findet sich eines der wenigen Renaissancehäuser der Stadt, das beliebte Café Wien. Das zweigeschossige, ehemalige Kaufmannshaus wurde 1583 erbaut und ist seit dem Jahre 1897 ein Kaffeehaus. Auch das Haus Behrends, ein typisches Handwerkerhaus von 1580, liegt auf der bekannten Breiten Straße. Es wurde nach seinem letzten Besitzer, dem Schuhmachermeister Heinrich Behrends benannt. Während des 20. Jahrhunderts befand sich an der Vorderseite des Hauses noch ein großes Schaufenster, das während der Restaurierung im Jahre 1972 leider entfernt wurde. Eines der schönsten Baudenkmäler ist aber das Krummelsche Haus in der Breiten Straße 72. Ein reich verziertes Fachhauswerk im Stil des Spätbarock, das 1674 für den Berliner Kornhändler Heinrich Krummel gebaut wurde. Seine Fassade besteht aus einem kunstvoll geschnitzten Holzrelief und ist heute eine gut besuchte Gaststätte. Eine weitere Sehenswürdigkeit auf der Breiten Straße ist die Krellsche Schmiede mit der Hausnummer 95. Pferdekopf und Hufeisen über der Tür weisen darauf hin, dass hier einst eine Schmiede stand. Das Haus wurde 1678 für den aus Süddeutschland stammenden Michel Krell errichtet. Im Jahre 1975 wurde die Schmiede geschlossen und heute befindet sich in ihrem Inneren ein kleines Schmiedemuseum.

Weitere Highlights der Stadt

Das Schloss

Auf einem Hügel 120 Meter über der Stadt liegt das traumhaftschöne Schloss und der ehemalige Stammsitz der Grafen Wernigerode und Stolberg. Es wurde zwischen 1862 und 1881 über einer mittelalterlichen Burg errichtet und im Laufe der Jahre mehrfach umgebaut. Den wohl bedeutendsten Umbau erfuhr das Schloss durch Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode, der es zu einem Leitbau des norddeutschen Historismus machte. Seit 1930 werden für die Öffentlichkeit Schlossführungen angeboten. Das Schloss gilt heute zudem als bedeutendes Museum für Kunst- und Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts.

Das Schloss ist von Mai bis Oktober täglich von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Zwischen den Monaten November und April ändern sich die Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 10:00 bis 16:00 Uhr, sowie an Wochenenden und Feiertagen von 10:00 bis 18:00 Uhr.

Ein besonderes Ereignis in jedem Sommer sind die Wernigeröder Schlossfestspiele. Das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode und das Schloss Wernigerode veranstalten zwischen Juli und September jährlich ein grandioses Open-Air-Festival, das aus Opernaufführungen, Konzerten und familienfreundlichen Vorführungen besteht. Ein wirklich absolutes Muss für alle Musikliebhaber.


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