Die Wirtschafts- und Finanzkrise ist da und das Zinstief bald erreicht. Wir zeigen Ihnen, mit welchen Strategien Kreditnehmer das Zinstief für sich nutzen und Ihre Kredite optimieren können, So sparen Sie schnell mehrere tausend Euro.
Seit geraumer Zeit zeigt die Zinskurve für Baugeld nur in eine Richtung: nach unten. Der Zinsverfall hat für Kreditnehmer gewaltige Folgen - ein Beispiel: Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung kosten im Schnitt nur noch 4,3 Prozent - ein Prozentpunkt weniger als noch im Sommer vergangen Jahres. Sie sparen bei einem Darlehen in Höhe von 300 000 Euro innerhalb von 20 Jahren aktuell mehr als 80 000 Euro an Zinsen. Zurück bleibt die Angst der Kreditnehmer ob die Sätze weiter fallen oder der Tiefpunkt schon erreicht ist.
Aktuell besteht Handlungsbedarf und wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte jetzt schleunigst abschließen sagt Johannes Pfützner, Geschäftsführer von Harzkreis Immobilien in Wernigerode.
Aber was müssen Bauherren, Eigentümer und Modernisierer nun konkret tun?
Neubau oder Kauf
Häuslebauer oder Käufer sollten sich die günstigen Zinsen jetzt langfristig sichern. Eine Zinsbindung von 15 Jahren kostet im Vergleich zu klassischen zehnjährigen Darlehen aktuell einen Zinsaufschlag von 0,4 Prozentpunkten, eine Bindung von 20 Jahren 0,55 Punkte mehr. Es ist zu empfehlen sich nicht länger als 20 Jahre festzulegen, zum einen sind Darlehen mit längerer Zinsgarantie teuer und zum anderen kommt dazu das Bauherren dank der niedrigen Zinsen aktuell eine höhere Tilgung von mindestens 2 % vereinbaren können. Nach zwanzig Jahren ist so ein Großteil des Darlehens zurückgezahlt. Somit ist das Risiko überschaubar, zumal jeder Kreditnehmer nach zehn Jahren sein Darlehen vorzeitig kündigen kann und somit noch genügend Zeit für die Suche nach dem idealen Zeitpunkt für das Anschlussdarlehen bleibt.
Flexibilität ohne Extrakosten
Auch für individuelle Finanzierungskosten müssen Kreditnehmer mittlerweile keine Extrakosten mehr fürchten. Die Möglichkeit zu Sondertilgungen von bis zu 5 % der Darlehenssumme pro Jahr bietet fast jedes Institut.
Doch Optimisten setzen auf eine andere Variante. Sie setzen auf einen weiteren Verfall der Zinsen und schließen zunächst ein variabel verzinstes Darlehen ab. Die Strategie ist: wenn das absolute Zinstief erreicht ist, können Immobilienbesitzer den Kredit jederzeit gratis zurückzahlen und in eine klassische Finanzierung mit langer Zinsbindung wechseln. Da die Sätze für variable Kredite zwischen 3 % und 7 % schwanken lohnt sich das in Zeiten starken Zinsverfalls.
Chancen und Risiken:
Ein Rechenbeispiel zeigt wenn ein Kunde ein Darlehen über 200 000 Euro nach einem halben Jahr zu 4,0 statt 4,5 Prozent ergattert - und die Wartezeit mit einem variablen Darlehen zu 6,5 Prozent überbrückt - spart er 18 000 Euro Zinsen. Der Schuss kann aber auch nach hinten losgehen. Wenn die Zinsen in der Zeit um einen halben Prozentpunkt gestiegen wären, müsste er 30 000 Euro mehr zahlen.
Auch Eigentümer können vom Zinstief profitieren
Immobilienbesitzer die Ihre Finanzierung schon vor Jahren abgeschlossen haben können noch vom Zinstief profitieren wenn Sie sich jetzt über Forward-Darlehen die Sätze für die Anschlussfinanzierung reservieren lassen. Bei etlichen Banken geht das schon bis zu 60 Monate vor Ablauf der Zinsbindung des alten Darlehens. Des weiteren ist eine vorzeitige Kündigung meist nicht zu empfehlen. Bei Standard-Darlehen ist kein Banker dazu verpflichtet, den Kunden vor Ablauf der zehnjährigen Zinsbindungsfrist aus seinem Vertrag zu lassen. Zeigt sich der Banker kulant, wird eine hohe Entschädigung für entgangene Zinsen fällig.
Modernisierung leicht gemacht
Durch die 1,5 Mrd. Euro Förderprogramme der Bundesregierung sind aktuell Kredite für Modernisierungen so attraktiv wie lange nicht mehr. Seit dem ersten April fördert die KfW Bankengruppe auch den altersgerechten Umbau von Immobilien und den Einbau neuer Fenster und Heizungsanlagen. Die Bedingungen für Modernisierungen sind jetzt einfacher.